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Heideterrier Moritzburg | Über die Baujagd

Eine weitere Leidenschaft von uns ist die Raubwild-Bejagung. Dazu nutzen wir natürlich jeden Ansitz, die Fangjagd und das effektivste Mittel die Baujagd: wir haben im eigenen Revier 12 Mester Kunstbaue, die seit zwei Jahren zur Erhöhung der Strecke beitragen. So konnten im Jagdjahr 2014/15 87 Stück Raubwild erlegt werden, im JJ 2015/16 84 Stück.

Warum ist die Baujagd ein so effektives Mittel für den Artenschutz?

2Um diese Frage zu beantworten, muss man sich erst einmal fragen ist und wenn ja wann, die Prädation durch den Fuchs ein Problem für den Artenschutz. Dass Prädation insbesondere für Bodenbrüter ein Problem darstellt, zeigen zahlreiche Untersuchungen mit Thermologgern, Kükentelemetrie und Gelegeüberwachung per Camera in unterschiedlichen Schutzprojekten in ganz Europa. Diese Untersuchungen zeigen auch auf wer, wann prädiert wird. Demnach sind es die Eier, die Küken und die brütenden Weibchen, die dem Fuchs zum Opfer fallen. Was wiederum die Monate April, Mai und Juni zu dem Zeitraum macht in dem der Fuchs einen Einfluss auf die Bodenbrüter hat. Schaut man sich die Biologie des Fuchses genauer an, überrascht dies nicht, denn in diese Zeit fällt auch die Reproduktion des Fuchses. Untersuchungen haben gezeigt, dass die Fähen, aber auch der im Territorium lebende Rüde, zur Zeit der Welpenaufzucht alles zu erbeutende zutragen und das ungeachtet des Bedarfs der Welpen. Füchse hingegen, die kein Geheck zu versorgen haben, haben einen deutlich geringeren Bedarf, da sie nur für ihre eigene Lebenserhaltung Beute machen. Daraus ergibt sich, soll die Prädation durch Absenkung der Fuchsdichte reduziert werden, dass die Bejagung so ausgerichtet sein muss, dass in den Monaten April, Mai, Juni keine Gehecke im Gebiet vorhanden sind. Ziel ist also eine temporäre, regionale Bestandsreduktion.

Nun stellt sich die Frage kann und wenn ja wie durch die Bejagung überhaupt eine Reduktion der Fuchsdichte erreicht werden?

Dazu muss man sich das Verhalten des Fuchses im Jahresverlauf ansehen. Im März, April kommen die Fuchswelpen zur Welt, halten sich zunächst etwa vier Wochen nur im Bau auf. Ab der vierten Lebenswoche erscheinen sie dann auf dem Bau. Mit zehn bis zwölf Wochen beginnen sie der Fähe zu folgen. Ab Mitte Juli werden die Welpen von der Fähe abgebissen und müssen sich ein neues Revier suchen. Bis nach der Ranz im Januar, Februar wechselt dabei ihr Territorium immer wieder. Ab Februar suchen sich die beschlagenden Fähen ihr festes Revier und oft bereits ihren Geheckbau aus.

Was bedeutet das für die Jagd?

bj3Die Bejagung des Fuchses im Sommer und Herbst hat einen Einfluss auf den Zuwachs und kann sich auf die Gesamtdichte auswirken, spielt aber im Bezug auf die Reduktion der Prädation keine wesentliche Rolle. Nur die Bejagung im Spätwinter führt tatsächlich zu der gewünschten Absenkung der Fuchsdichte im Revier, da die Füchse nun in der territorialen Phase sind und frei gewordene Reviere nicht mehr von zuwandernden an der Reproduktion beteiligten Fähen besetzt werden. Nachdem jetzt klar ist wann gejagt werden muss, stellt sich die Frage wie? Um Füchse mit der Büchse erlegen zu können, ist bei der Nachtaktivität des Fuchses gutes Mondlicht und oder Schnee notwendig. Geeignete Bedingungen herrschen in dem kurzen Zeitraum aber nur an wenigen Tagen, an denen der Jäger dann auch noch Zeit und Muse haben muss. Demnach stellt der Ansitz, gerade in Kombination mit der Lockjagd zwar eine Ergänzung aber keine Lösung da. Auf begrenzter Fläche, d.h. in einem Revier mit rund 500ha kann man mit der Fangjagd wohl am meisten erreichen.

1Fangjagd bedeutet dann aber 2-5 Fallen pro 100ha, die für den Fuchsfang auch geeignet und zugelassen sind.
Pro Falle sind 250-1000€ zu veranschlagen, hinzu kommt die tägliche Kontrolle. Zwar reduzieren elektronische Fangmelder den Zeitaufwand und die Störung, diese kosten aber pro Falle etwa weitere 250€. Die immensen Kosten und der zeitliche Aufwand schließen eine effektive Fangjagd für die meisten Reviere aus. Baujagd stellt nur einen sehr geringen Kostenfaktor da und auch der Zeitaufwand ist pro Revier gering. Gerade während und nach der Ranz halten sich die Füchse oft im Bau auf und können so leicht erlegt werden. Entscheidend ist allerdings, dass alle Baue, Durchlässe, Strohmieten und andere Unterschlüpfe für den Fuchs auch regelmäßig, am besten wöchentlich, kontrolliert werden. Damit die Baujagd auch effektiv ist, muss sie von spezialisierten erfahrenen Jägern mit guten Hunden durchgeführt werden.

Quelle: Paul Rösler (Jagdhunde im Einsatz)